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Einfach einmal wieder Busfahren….

Jeder Borusse sollte einmal eine Busfahrt machen. Ein Erlebnis, das man für immer in Erinnerung behält und sich untereinander definitiv näher bringt-vielleicht auch zu nahe?

Voll professionell haben wir gemeinsam mit den Münchner Borussen eine gemeinsame Busfahrt nach Hertha, zum Spiel am 30. November, geplant und organisiert.

Ein All inclusive Paket Deluxe hat uns erwartet:

Stadtführung, Mittagessen gediegen bei Konnopke`s Imbiss, eine super Unterkunft in Mehrbettzimmern (damit auch wirklich niemand alleine ist) und natürlich der Stadioneintritt.

Es gab jedoch einen Haken: Wir Wiener (5 an der Zahl) mussten zunächst von Wien nach München, der Bus fuhr nämlich von München weg.

 

Wir zogen am 29. November los, um die weite Welt zu entdecken und schafften es von Wien, über Salzburg nach München. Schließlich war um 16:00 Treffpunkt und Abfahrt von München, gemeinsam mit den Münchner Borussen.

Jeder weiß: die Sitzordnung in einem Bus ist hierarchisch durchstrukturiert und es ist tatsächlich sehr entscheidend, wo man sitzt.

Vorne? Nein, dort sitzen die Speiber und Streber, die ihre Ruhe haben wollen und um 23:00 schlafen wollen.

Hinten? Mhh, schwierig: die Stimmung ist toll, jedoch ist der Alkoholpegel sehr schnell sehr hoch, evtl. zu hoch?

In der Mitte? Eher nicht, da ist die Toilette und man weiß nie was man kriegt…

Des Rätsels Lösung: einen Platz zwischen hinten und Mitte.

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Wir pflegen hier die Devise: was im Bus passiert, bleibt im Bus. Der Mantel des schwatzgelben Schweigens hüllt sich über die Stunden, bis wir schlussendlich gegen 1:00 endlich in Hertha bei der Unterkunft angekommen sind.

Die wirklich Mutigen unter uns zogen noch in die eine oder andere Kneipe, bis man sich „vollkommen ausgeschlafen“ (wer‘ s glaubt!) in der Früh um 10:00 zu einer Stadtführung traf. In 2 Gruppen wurden wir durch die wichtigsten Stationen in Berlin geführt und die Geschichte des geteilten Berlin wurde uns nähergebracht.

Nach einer grandiosen Stärkung bei Konnopke`s Imbiss ging es schließlich ins Stadion.

Tabellenzweiter mit 69 Punkten trifft auf eine angeschlagene Hertha, mit 41 Punkten auf Platz 10 und einem neuen Trainer, Jürgen Klinsmann. Borussia hatte Druck von Leipzig mit 66 Punkten auf Platz 3. Die Stimmung rund um Trainer Favre war sehr rau und explosiv. Die Spiele davor waren nun nicht gerade grandios und immer wurde die Trainerfrage medial und aus den Fanlagern gestellt. Hertha hatte das erste Spiel mit Trainer Jürgen Klinsmann auf der Bank gegen uns. Eine Aufbruchstimmung, die gefährlich für den Gegner enden kann.

Klinsmann zog in das Stadion wie ein Gladiator, bereit den Ruhm zu genießen.

Als endlich unsere Ultras im Block waren- sie wurden natürlich länger draußen festgehalten- war von Anfang an eine gute Stimmung. Wir sahen eine gut spielende Borussia, die Druck machte. So dauerte es nicht lange, bis Sancho in der 15. Minute das 1:0 schoss. Bereits in der 17. Minute legte Hazard mit dem 2:0 nach!

Jedoch machte die Hertha nun auch mehr Druck. So folgte in der 34. Minute der Anschlusstreffer. Zu einer brenzligen Situation kam es noch in Minute 45, als Hummels die rote Karte kassierte. Nach der Pause folgten 45 Minuten des Zitterns und Bangens in Unterzahl. Nach 90+ Minuten war das Ergebnis 1:2 für unsere Borussia und somit blieben 3 wichtige Punkte bei der einzig wahren Borussia.

Während ein Teil der Gruppe auf den Weihnachtsmarkt feiern ging, ging eine kleine Partie an Borussen in die Ständige Vertretung, Kölsch trinken (oder wie wir sagen „Puppengschirr“).

Die kurze Nacht davor, die Eindrücke des Tages und der Gewinn haben dazu beigetragen, dass dieses Mal nicht die Nacht zum Tage gemacht wurde. Schließlich war am nächsten Tag um 10:00 Abfahrt zurück nach München.

Für uns Wiener wartete ein langer Reisetag, mussten wir doch auch wieder von München nach Wien zurück. Und das-sollte sich herausstellen – wurde ein enges Höschen für uns.

Freundlicherweise haben sich die Münchner Borussen (großteils sehr angeschlagen) dazu bereit erklärt, auf die eine oder andere Rauchpause zu verzichten, sodass wir Wiener mit Müh und Not den letzten Zug nach Salzburg noch erwischten, von wo es dann ebenfalls mit dem letzten Zug nach Wien ging.

Als wir um 1:00 in Wien angekommen sind, neigte sich auch unser Ausflug nach Hertha dem Ende zu.

Was in Erinnerung bleibt: einfach mal Busfahren, das sollte jeder Borusse mal machen